Presseinformation

Zum Gesetzentwurf zur Verbesserung der Transparenz von Vorstandsvergütungen

19.01.2005 - Der Gesetzentwurf zur Verbesserung der Transparenz von Vorstandsvergütungen greift die Diskussion der letzten Jahre um Managervergütungen, insbesondere seit der MannesmannÜbernahme auf. Die bestehenden Defizite sollen ausgeräumt werden, v.a. zeigt die weitgehende Nichtbefolgung der Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance-Kodex zur Transparenz der Vorstandsvergütungen durch die große Mehrzahl der börsennotierten Gesellschaften, dass eine Reaktion des Gesetzgebers erforderlich ist.

Eine gesetzliche Regelung erübrigt sich auch dann nicht, wenn sich künftig eine Mehrheit der börsennotierten Gesellschaften den Empfehlungen des Kodex anschließen sollte, da die im Kodex geregelten Kriterien die besondere Anreizstruktur der Vorstandsvergütungen nicht offen legt. Es geht also nicht um eine „Neiddebatte“, sondern v.a. darum, dass ei n potentieller Kapitalanleger nicht erkennen kann, welche Motive die Handlungen der Vorstände bestimmen. Was im Kodex fehlt, aber besonders wichtig ist, um individuelle Anreizstrukturen abzuschätzen, sind die Pensionsleistungen, Zahlungen durch Dritte und Abfindungen bei Übernahmen. Der Fall Esser ist beispielsweise nicht durch die im Kodex geregelten Kriterien erfasst.

Mit dem Gesetzentwurf zur Verbesserung der Transparenz von Vorstandsvergütungen würde Deutschland internationalen Standard erreichen. So ist die individuelle  Offenlegung von Vorstandsvergütungen in vielen europäischen Ländern - wie beispielsweise in Frankreich, Schweden, Österreich, in der Schweiz, Niederlande, England aber auch in den USA - üblich.

Icon Gesetzentwurf zur Verbesserung der Transparenz von Vorstandsvergütungen